Was kostet der Spaß?

Unser Kind ist in der Leistungsgruppe unseres Vereins und ganz besessen darauf, in den Landeskader aufgenommen zu werden. Wir möchten es dabei gern unterstützen, haben aber Bedenken wegen der Kosten, die damit auf uns zukommen.

Zu Beginn geht es noch recht moderat zu. Sie brauchen keine teure Skiausrüstung, kein Rennrad oder gar ein Pferd. Eine Badehose reicht. Trotzdem kommen für die Grundausrüstung Kosten von 500-700€ zusammen (s. A.17). Hinzurechnen müssen Sie noch den Vereinsbeitrag, Startgelder und weitere Kosten für Wettkampfreisen und Lehrgänge. Für einen Schwimmer im Aufbautraining summiert sich das auf etwa 2400 € im Jahr (vor der Inflation).

Die Beitragsstrukturen sind sehr unterschiedlich. Einige Vereine gewähren Geschwister- und Familienrabatt bis zur Beitragsbefreiung aus sozialen Gründen. Vereine mit eigenen Bädern verlangen eine sehr hohe Aufnahmegebühr, dann wieder geringe Beiträge. Andere splitten die Beiträge, z.B. 30 € Jahresbeitrag für Verein + 100 € Jahreskarte für Schwimmhalle. Die einen fordern eine relativ niedrige Grundgebühr und überlassen die Kosten für Wettkämpfe/Lehrgänge gänzlich den Mitgliedern, andere gleichen mit einer monatlichen Pauschale zum Vereinsbeitrag diese Kosten aus. Hier sollte Sie in der Vereins-Satzung nachlesen. Die Mittelwerte für Vereinsbeiträge lagen 2013 im DOSB bei 75 €/Jahr (Kinder), 132 €/Jahr (Jugendliche) und 187 €/Jahr (Erwachsene). Eine eigene Recherche bei 76 Schwimmvereinen ergab einen Durchschnitt von 104,33 ± 59,65 € bei Kindern und 136,51 ± 82,06 € bei Erwachsenen. Erscheint Ihnen das zu hoch? Dann vergleichen Sie diese Preise einmal mit einem Jahresabonnement Ihrer Schwimmhalle oder dem nächsten Fitnesscenter.

Mit zunehmender Leistungssportkarriere steigen die Kosten, aber auch die Chancen, durch Kommunen (z.B. „ProSport“ in Stuttgart), Land oder Bund gefördert zu werden. Auch hier gibt es regionale Unterschiede, besonders bei den Internatskosten. Während die Sportschule Potsdam 155 € im Monat verlangt, sind das am Christopherus-Gymnasium im Rostock 500 € + 175 € Schulgeld. Entsprechend der sozialen Lage und der sportlichen Leistungen (s.A.7) können Fördergelder beantragt werden. Die Deutsche Sporthilfe unterstützt jährlich 700 Talente mit Zuschüssen von 50-170 €[1]. Dazu ein Auszug aus einer Mail von Frau M.N.:

„Hallo erst mal! Meine Tochter geht auch auf diese Schule und es gibt Fördergelder! Diese zu beantragen ist ganz leicht! Denn auch hier zeigt sich die Schule sehr entgegenkommend! Bei der Aufnahme wird dann alles geregelt und kann alles beantragt werden. Nur Mut und den Mund aufmachen! Es gibt sehr viele Eltern, die diese Sporthilfe in Anspruch nehmen.“

Wenn Ihr Kind Spaß an der Sache hat, sollte Ihnen das wert sein. Andere Hobbys kosten auch Geld. Zahlen des Statistischen Bundesamtes weisen nach, dass Eltern in Deutschland für Sport und Freizeit ihrer Kinder bis zum 18. Lebensjahr 15.627 € ausgeben. In der Summe aller Leistungen kommen rund 115.000€ zusammen.  Kinder in die Welt setzen ist teuer und wird immer teurer. Vielleicht auch ein Grund der niedrigen Geburtenrate. Kinder haben, kostet Geld und Stress. Soziologen und Ökonomen verstehen das exakt statistisch zu belegen. Aber auch die Statistik, das nur Rationale, stoßen an ihre Grenzen. Als Vater und Opa erinnere ich Sie an ein afrikanisches Sprichwort „Wer Kinder hat, hat auch Segen“. Und wenn Ihnen ein ökonomischer Ausklang lieber ist: „Die Zukunft des Volkes hängt nicht von der Zahl der Kraftwagen ab, sondern von der Zahl der Kinderwagen.“  (Josef Frings).


[1] www.sporthilfe.de

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